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Werkstückpositionierung

Dieser Leitfaden behandelt alle Methoden, die in Rayforge für die genaue Positionierung deines Werkstücks und die Ausrichtung deiner Designs vor dem Schneiden oder Gravieren verfügbar sind.

Übersicht

Genaue Werkstückpositionierung ist wichtig für:

  • Abfallvermeidung: Verhindern, dass an der falschen Stelle geschnitten wird
  • Präzise Ausrichtung: Designs auf vorgedruckten Materialien positionieren
  • Wiederholbare Ergebnisse: Denselben Job mehrmals konsistent ausführen
  • Mehrteilige Jobs: Mehrere Teile auf einem einzigen Blatt ausrichten

Rayforge bietet mehrere sich ergänzende Werkzeuge zur Positionierung:

MethodeZweckAm besten für
FokusmodusLaserposition sehenSchnelle visuelle Ausrichtung
EinrahmenJob-Grenzen vorschauenÜberprüfen, ob Design auf Material passt
WKS-NullpunktKoordinatenursprung setzenWiederholbare Positionierung
Kamera-OverlayVisuelle Design-PlatzierungPräzise Ausrichtung auf bestehende Merkmale

Fokusmodus (Laserzeiger)

Der Fokusmodus schaltet den Laser mit niedriger Leistungsstufe ein und fungiert als "Laserzeiger", um dir zu helfen, genau zu sehen, wo der Laserkopf positioniert ist.

Fokusmodus aktivieren

  1. Mit deiner Maschine verbinden
  2. Auf die Fokus-Taste klicken in der Symbolleiste (Laser-Symbol)
  3. Der Laser schaltet sich mit der konfigurierten Fokus-Leistungsstufe ein
  4. Laserkopf bewegen um die Strahlposition auf deinem Material zu sehen
  5. Fokus-Taste erneut klicken zum Ausschalten wenn fertig
Sicherheit

Selbst bei niedriger Leistung kann der Laser die Augen beschädigen. Schau niemals direkt in den Strahl oder richte ihn auf reflektierende Oberflächen. Trage geeigneten Augenschutz.

Fokus-Leistung konfigurieren

Die Fokus-Leistung bestimmt, wie hell der Laserpunkt erscheint:

  1. Gehe zu Einstellungen → Maschine → Laser
  2. Finde die Einstellung Fokus-Leistung
  3. Setze einen Wert, der den Punkt sichtbar macht, ohne dein Material zu markieren
    • Typische Werte: 1-5% für die meisten Materialien
    • Auf 0 setzen, um die Funktion zu deaktivieren
Die richtige Leistung finden

Beginne mit 1% und erhöhe schrittweise. Der Punkt sollte sichtbar sein, aber keine Marke auf deinem Material hinterlassen. Dunklere Materialien benötigen möglicherweise höhere Leistung, um den Punkt deutlich zu sehen.

Wann den Fokusmodus verwenden

  • Schnelle Ausrichtungskontrollen: Sehen, ob der Laser ungefähr dort ist, wo du erwartest
  • Materialkanten finden: Zu Ecken bewegen, um Materialplatzierung zu verifizieren
  • WKS-Ursprung setzen: Laser an gewünschten Nullpunkt positionieren vor dem WKS-Setzen
  • Home-Position verifizieren: Überprüfen, dass das Referenzieren korrekt funktioniert hat

Einrahmen

Einrahmen zeichnet das Begrenzungsrechteck deines Jobs bei niedriger (oder keiner) Leistung nach und zeigt genau, wo dein Design geschnitten oder graviert wird.

Wie man einrahmt

  1. Design laden und positionieren in Rayforge
  2. Klicke Maschine → Rahmen oder drücke Strg+F
  3. Der Laserkopf zeichnet den Begrenzungsrahmen deines Jobs nach
  4. Den Umriss verifizieren, dass er in dein Material passt

Rahmen-Einstellungen

Rahmen-Verhalten konfigurieren in Einstellungen → Maschine → Laser:

  • Rahmen-Geschwindigkeit: Wie schnell sich der Kopf während des Einrahmens bewegt (langsamer = leichter zu sehen)
  • Rahmen-Leistung: Laserleistung während des Einrahmens
    • Auf 0 für Luft-Einrahmen setzen (Laser aus, nur Bewegung)
    • Auf 1-5% für eine sichtbare Spur auf dem Material setzen
Luft-Einrahmen vs. Niedrigleistung
  • Luft-Einrahmen (0% Leistung): Sicher für jedes Material, aber du siehst nur die Kopfbewegung
  • Niedrigleistung-Einrahmen: Hinterlässt eine schwache sichtbare Marke, nützlich für präzise Ausrichtung auf dunklen Materialien

Wann einrahmen

  • Vor jedem Job: Schnelle Verifizierung, dass Design passt
  • Nach Positionsänderungen: Neue Platzierung bestätigen
  • Teure Materialien: Doppelt prüfen vor dem Ausführen
  • Mehrteilige Jobs: Verifizieren, dass alle Teile auf das Material passen

Siehe Deinen Job einrahmen für weitere Details.


WKS-Nullpunkt setzen (Arbeitskoordinatensystem)

Arbeitskoordinatensysteme (WKS) ermöglichen es dir, benutzerdefinierte "Nullpunkte" für deine Jobs zu definieren. Dies erleichtert die Ausrichtung von Jobs an deine Materialposition.

Schnelle WKS-Einrichtung

  1. Laserkopf bewegen zur Ecke deines Materials (oder gewünschter Ursprungspunkt)
  2. Kontrollpanel öffnen (Strg+L)
  3. Ein WKS auswählen (G54 ist das Standard-Arbeitskoordinatensystem)
  4. Auf Null X und Null Y klicken um aktuelle Position als Ursprung zu setzen
  5. Der (0,0)-Punkt deines Designs wird nun an dieser Position ausgerichtet

Koordinatensysteme verstehen

Rayforge verwendet mehrere Koordinatensysteme:

SystemBeschreibung
G53Maschinenkoordinaten (fest, kann nicht geändert werden)
G54Arbeitskoordinatensystem 1 (Standard)
G55-G59Zusätzliche Arbeitskoordinatensysteme
Mehrere Arbeitsbereiche

Verwende verschiedene WKS-Slots für verschiedene Vorrichtungspositionen. Zum Beispiel:

  • G54 für die linke Seite deines Arbeitsbereichs
  • G55 für die rechte Seite
  • G56 für eine Rotationsvorrichtung

Wann WKS-Nullpunkt setzen

  • Neue Materialplatzierung: Ursprung an Materialecke ausrichten
  • Vorrichtungsarbeit: Ursprung auf Vorrichtungsreferenzpunkt setzen
  • Wiederholbare Jobs: Gleicher Job, verschiedene Positionen
  • Produktionsläufe: Konsistente Positionierung über mehrere Stücke

Siehe Arbeitskoordinatensysteme für vollständige Dokumentation.


Kamerabasierte Positionierung

Das Kamera-Overlay zeigt eine Live-Ansicht deines Materials mit deinem Design überlagert und ermöglicht präzise visuelle Ausrichtung.

Kamera einrichten

  1. USB-Kamera anschließen über deinem Arbeitsbereich
  2. Gehe zu Einstellungen → Kamera und füge dein Kameragerät hinzu
  3. Kamera aktivieren um das Overlay auf deiner Arbeitsfläche zu sehen
  4. Kamera ausrichten mit dem Ausrichtungsverfahren (erforderlich für genaue Positionierung)

Kamera-Ausrichtung

Die Kamera-Ausrichtung ordnet Kamerapixel den realen Koordinaten zu:

  1. Öffne Kamera → Kamera ausrichten
  2. Platziere Ausrichtungsmarkierungen an bekannten Positionen (mindestens 4 Punkte)
  3. Gib die realen X/Y-Koordinaten für jeden Punkt ein
  4. Klicke auf Anwenden um die Transformation zu berechnen
Ausrichtungsgenauigkeit
  • Verwende Punkte, die über deinen gesamten Arbeitsbereich verteilt sind
  • Miss Weltkoordinaten sorgfältig mit einem Lineal
  • Verwende Maschinenpositionen (zu bekannten Koordinaten bewegen) für beste Genauigkeit

Positionierung mit Kamera-Overlay

  1. Kamera-Overlay aktivieren um dein Material zu sehen
  2. Dein Design importieren
  3. Design ziehen um es mit im Kamerabild sichtbaren Merkmalen auszurichten
  4. Feinabstimmung mit Pfeiltasten für pixelgenaue Platzierung
  5. Einrahmen zur Verifizierung vor dem Ausführen des Jobs

Wann Kamera-Positionierung verwenden

  • Vorgedruckte Materialien: Schnitte an bestehenden Drucke ausrichten
  • Unregelmäßige Materialien: Auf nicht-rechteckigen Stücken positionieren
  • Präzise Platzierung: Sub-Millimeter-Genauigkeitsanforderungen
  • Komplexe Layouts: Mehrere Elemente mit spezifischem Abstand

Siehe Kamera-Integration für vollständige Dokumentation.


Empfohlene Arbeitsabläufe

Grundlegender Positionierungs-Workflow

Für einfache Jobs auf rechteckigen Materialien:

  1. Material platzieren auf dem Laserbett
  2. Fokusmodus aktivieren und bewegen um Materialposition zu verifizieren
  3. WKS-Nullpunkt setzen an der Materialecke
  4. Design positionieren in der Arbeitsfläche
  5. Job einrahmen um Platzierung zu verifizieren
  6. Job ausführen

Präzisionsausrichtungs-Workflow

Für genaue Platzierung auf vorgedruckten oder markierten Materialien:

  1. Kamera einrichten und ausrichten (einmalige Einrichtung)
  2. Material platzieren auf dem Laserbett
  3. Kamera-Overlay aktivieren um das Material zu sehen
  4. Design importieren und positionieren visuell auf dem Kamerabild
  5. Kamera deaktivieren und einrahmen zur Verifizierung
  6. Job ausführen

Produktions-Workflow

Für mehrere identische Jobs:

  1. Vorrichtung einrichten auf dem Laserbett
  2. WKS-Nullpunkt setzen ausgerichtet auf die Vorrichtung (z.B. G54)
  3. Design laden und konfigurieren
  4. Einrahmen zur Verifizierung der Ausrichtung mit der Vorrichtung
  5. Job ausführen
  6. Material ersetzen und wiederholen (WKS bleibt gleich)

Multi-Position-Workflow

Für denselben Job an verschiedenen Positionen:

  1. Mehrere WKS-Positionen einrichten:
    • Zu Position 1 bewegen, G54-Null setzen
    • Zu Position 2 bewegen, G55-Null setzen
    • Zu Position 3 bewegen, G56-Null setzen
  2. Design laden (gleiches Design für alle Positionen)
  3. G54 auswählen, einrahmen und ausführen
  4. G55 auswählen, einrahmen und ausführen
  5. G56 auswählen, einrahmen und ausführen

Fehlerbehebung

Laserpunkt im Fokusmodus nicht sichtbar

  • Fokus-Leistung erhöhen in den Lasereinstellungen
  • Dunkle Materialien benötigen möglicherweise höhere Leistung (5-10%)
  • Laserverbindung überprüfen und sicherstellen, dass Maschine reagiert
  • Fokus-Leistung verifizieren dass sie nicht auf 0 gesetzt ist

Kamera-Overlay falsch ausgerichtet

  • Kamera-Ausrichtung erneut ausführen mit mehr Referenzpunkten
  • Kamerabefestigung überprüfen - sie könnte sich bewegt haben
  • Weltkoordinaten verifizieren wurden genau gemessen
  • Siehe Kamera-Fehlerbehebung in der Kamera-Integration-Dokumentation

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